Die Bedeutung der Intention
„Der Tuga-Tango-Marathon ist fast vorbei.
Ich ging etwas früher, da ich gerade die beste Tanda meines Lebens hatte.
Eine schöne Kombination aus der richtigen Atmosphäre (sanftes rotes Licht), einer unglaublichen Vals-Tanda von DJ Dani Benson mit Liedern, die ich nie zuvor in den zehn Jahren, in denen ich tanze, gehört hatte, und einer großartigen Partnerin.
Man sagt, dies sei der richtige Zeitpunkt, um die Milonga zu verlassen.
Ich nahm mir einen Augenblick Zeit, setzte mich hin, legte meine Hand auf mein Herz und ließ alles auf mich wirken.
Ich fragte mich:
Warum lieben die Leute Tango so sehr?
Nur etwas, das sehr eng mit dem Kern menschlicher Erfahrung verbunden ist, kann solch eine starke … Abhängigkeit erzeugen.
Der erste Grund wird klar, wenn du den Grund dafür verstehst, warum die meisten Menschen nach einem Lebenspartner suchen.
Wir alle suchen jemanden, der uns ansieht und sagt:
Ich sehe dich.
Ich sehe dein Leben.
Als Menschen wollen wir, dass unser Leben gesehen wird, wir wollen nicht unbeachtet leben.
Wenn eine Person in unserem Leben auftaucht, die uns, unser Verhalten oder unsere Arbeit beachtet, gewinnt er/sie unser Herz.
Und dies ist der erste Grund, warum Tango so süchtig machen kann.
Noch bevor du zu tanzen angefangen hast, hat dich jemand angesehen. Jemand hat beobachtet, wie du stehst oder sitzt.
Und in dem Moment, in dem die Aufforderung erfolgt, hat sie/er dir einfach gesagt:
Ich habe dich bemerkt.
Aber dass uns Menschen Beachtung schenken, ist nicht genug.
Es gibt ein zweites tiefes Bedürfnis, das wir alle haben, und Tango hilft uns, es zu befriedigen.
Denke einen Moment darüber nach, was eine Tanda großartig macht.
Ich bin sicher, du wirst auf zahlreiche Antworten kommen.
Eine Antwort, der alle zustimmen, ist:
Verbindung.
Eine großartige Tanda hilft uns, Verbundenheit zu erleben.
Warum ist das so wichtig?
Ich glaube, dass es für eine echte Verbindung eine Voraussetzung gibt:
Dein Tanzpartner muss dich verstehen.
Das ist es, wonach wir in all unseren Beziehungen suchen, nicht wahr?
Jemand, der uns versteht.
In dem Moment, in dem du jemanden umarmst und das Gefühl hast, dass die Kommunikation zwischen den beiden Körpern „fließt“, denkt dein Geist:
Sie/er versteht mich.
In dem Moment, in dem ein(e) fortgeschrittene(r) Führender/Folgende mit dir tanzt und deine Fähigkeiten respektiert, denkst du:
Sie/er versteht mich.
Was ist der letzte Teil?
Ich glaube, der letzte Teil ist der wichtigste.
Ich spreche aus der Perspektive des Führenden.
Wenn ich mit einer Frau tanze, ist es mein erstes Anliegen, das Vertrauen zu schützen.
Sie hat beschlossen, mir ihr Vertrauen zu schenken, und Vertrauen kann leicht verloren gehen.
Mein zweites Anliegen ist es, eine schönes und wenn möglich bedeutungsvolles Erlebnis zu bieten.
Eine Zeit lang dachte ich, diese beiden Anliegen seien unterschiedlich, zwei getrennte Aspekte.
Heute komme ich zu einem anderen Schluss.
Beide vermitteln eine Sache:
Du bist mir wichtig.
Ich denke an die Beziehung zu meiner Frau und frage mich, was sie so schön macht.
Ich denke, es sind genau diese drei Dinge.
Wie eine perfekte Tanda, so vermitteln auch unsere Handlungen dieselben drei Dinge:
Ich beachte dich.
Ich verstehe dich.
Du bist mir wichtig.
Was wäre, wenn wir alle diese drei Sätze zu Beginn jeder Tanda im Kopf behalten könnten? Kannst du dir so eine Veranstaltung vorstellen?“